Die Situation und die Umsetzung von LOS in Seligenstadt-Nord
Seligenstadt-Nord wurde als Großwohnsiedlung in den 60er-und 70er Jahren im äußersten Norden der Stadt errichtet. Auf dem 23 ha großen Gebiet leben ca. 2.000 Menschen in 722 Haushalten (452 Wohneinheiten im Geschosswohnungsbau, mehrheitlich öffentlich geförderter Wohnraum mit Bindungs- und Belegrechten, 270 Wohneinheiten in Einzel- und Reihenhausbebauung).
Zur
Infrastruktur
Das Quartier verfügt über eine Reihe von Einrichtungen, Akteuren und Initiativen vor Ort, wie z. B. den Offenen Jugendtreff, den Bürgertreff und den Verwaltungsrat im Kommunikationszentrum der Stadt Seligenstadt, das Netzwerk Soziale Arbeit, den Bürgerverein „IG Niederfeld e. V.“, den „Mutter-Vater-Kind“ e. V. sowie die Kindertagesstätte Niederfeld. Des Weiteren befinden sich am neu gestalteten Quartiersplatz eine Ladenzeile und gastronomische Angebote.
Zur Bevölkerungsstruktur
Sowohl in der Gesamtstadt Seligenstadt als auch im Fördergebiet lebt ein hoher Anteil älterer Menschen. Über 40 % der Bewohnerinnen und Bewohner im Fördergebiet sind älter als 46 Jahre, 12,6 % sind mindestens 66 Jahre alt. Im Vergleich zur Gesamtstadt lebt im Stadtteil Nord jedoch auch eine überproportional hohe Anzahl an Jugendlichen und jungen Erwachsenen (bis 25 Jahre). Der Anteil der 18 – 25jährigen liegt mit ca. 10,5 % deutlich über dem durchschnittlichen Anteil der Stadt mit 8,1 %. Mit einem Anteil von 29,4 % in Relation zu 33,7 % in der Gesamtstadt ist die Bevölkerungsgruppe der 26 bis 45jährigen, d. h. die Altersgruppe der Haupterwerbstätigen im Fördergebiet Seligenstadt-Nord nur unterdurchschnittlich vertreten.
Des Weiteren weisen die quartiersbezogenen Strukturdaten einen zunehmenden Anteil an benachteiligten Bewohnerinnen und Bewohnern hin. Hier wird ca. 83 % des Bestandes an sozialem Wohnungsbau vorgehalten, der Anteil der Menschen, die Hilfe zum Lebensunterhalt erhalten, liegt ca. 10 % über dem der Gesamtstadt. Auch die Arbeitslosenquote ist um ca. 2 % höher. Der Anteil der ausländischen Bevölkerung im Stadtteil liegt bei ca. 36,85 % und damit um ca. 25 % höher als in der Gesamtstadt.
Das Programm „Soziale Stadt“ in Seligenstadt-Nord
Durch die Aufnahme in das Programm „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – die soziale Stadt“ im Jahr 2000 soll einer zunehmenden Segregation des Stadtteils entgegengewirkt werden. So wird mit Maßnahmen in den Handlungsfeldern „Bewohnerbeteiligung“, „Verbesserung des sozialen und kulturellen Lebens“, „Beschäftigungsförderung“, „Städtebau“ sowie „Verbesserung der Wohn –und Lebensbedingungen“ an einem Stadtteilentwicklungsprozess gearbeitet, mit dem Ziel, mehr Wohnqualität im Stadtteil und bessere Perspektiven für die Bewohner zu erreichen.
Das Programm „Lokales Kapital für Soziale Zwecke – LOS“
Seligenstadt-Nord wurde im Oktober 2004 in das Programm „Lokales Kapital für Soziale Zwecke – LOS“ aufgenommen. Das Programm „LOS“ ist eng an die Ziele des Programms „Soziale Stadt“ gekoppelt und stellt eine Finanzierungsmöglichkeit für die Umsetzung von beschäftigungsfördernden Maßnahmen dar.
Ziele
Folgende Ziele werden in Seligenstadt-Nord mit dem Programm
verfolgt:
- Erwerb von Schlüsselqualifikationen für benachteiligte Bevölkerungsgruppen
- Soziale und kulturelle Integration der benachteiligten Bevölkerungsgruppen
- Verbesserung der Chancengleichheit beim Übergang Schule-Beruf
Aufgabenstellung
Benachteiligten Personen mit erschwertem Zugang zum Arbeitsmarkt sollen durch das Programm „LOS“ Teilschritte auf dem Weg zur Beschäftigung ermöglicht werden. Dazu gehören die Schaffung von Voraussetzungen für den Zugang zum Arbeitsmarkt, Angebote zur Qualifizierung und Berufsorientierung sowie die Bereitstellung von Hilfen zur Arbeitsaufnahme.
Zum komplexen Gefüge der organisatorischen Umsetzung von LOS in Seligenstadt-Nord finden Sie hier ein Organigramm.
Lokale Aktionspläne
Für die Umsetzung des Programmes "LOS - Lokales Kapital für Soziale Zwecke" wurde vom Kreis Offenbach für jede Förderperiode ein sogenannter "Lokaler Aktionsplan" erstellt. Er umfasst neben einer Analyse der Situation im Fördergebiet die Aufstellung von Entwicklungszielen und ein darauf abgestelltes Handlungskonzept. Die Lokalen Aktionspläne der Förderperioden 2004 - 2008 können Sie hier einsehen bzw. herunterladen (jew. ca. 200 kB):
Lokaler Aktionsplan für die Förderperiode 2004-05
Lokaler Aktionsplan für die Förderperiode 2005-06