Anlaufstelle für Migrantinnen und Migranten
In dem Projekt wurde türkischstämmigen Bewohner/innen von Seligenstadt-Nord Beratung und Hilfe in ihrer Muttersprache für viele Fragen des alltäglichen Lebens wie Behördenschreiben, Hartz-IV-Anträgen, Bewerbungen usw. angeboten.
Das Angebot wurde während der Projektlaufzeit insgesamt von mehr als 100 hilfesuchenden Bewohner/innen aller Alterstufen wahrgenommen; regelmäßig kamen ca. 6 bis 10 Personen pro Woche in die Sprechstunde, einige ließen sich auch telefonisch beraten. Mehr als die Hälfte von ihnen kam mehrfach, um sich Rat zu holen.
Zu Beginn des Projekts wurden von den durchführenden Personen Hausbesuche gemacht, um mit den Bewohnerinnen und Bewohner Kontakt aufzunehmen; außerdem wurde das Projekt vorgestellt. Diejenigen, die die Beratung in Anspruch genommen hatten, machten dann das Projekt unter ihren Nachbarn und Freunden weiter bekannt. Zudem wurde über das Projekt mehrmals in der Presse berichtet. So wurde das Projektangebot schnell bekannt.
Das Hauptanliegen der Ratsuchenden war das Ausfüllen verschiedener Behördenformulare wie beispielsweise SGB II-Anträge. Zu jedem SGB II-Antrag wurden jeweils die entsprechenden Bewerbungsprofile ausgefüllt. Die Ratsuchenden kamen wegen geringer Deutschkenntnisse mit den Formularen nicht zurecht. Sie ließen sich die Behördenschreiben übersetzen und auch die Widerrufsrechte erklären. Telefongespräche mit Behörden wurden geführt, da die Ratsuchenden sich mit den Behörden nicht verständigen können. Viele kamen in die Sprechstunden, um zu erfahren, welche Behörde für ihr Problem zuständig ist. Sie wurden dann nicht nur dorthin verwiesen, sondern die Beratenden machten auch für Sie Termine aus.
Die starke Nachfrage hat den Bedarf nach einem solchen Angebot gezeigt, und die Resonanz der Beratenen war außerordentlich positiv. Die Teilnehmer/innen brachten auch zum Ausdruck, dass sie auf diese Hilfe angewiesen sind z.B., um einen Weg (zurück) in das Berufsleben zu finden; auch dafür fehlt es ihnen oft an Deutschkenntnissen. Viele Bewohner/innen brachten zum Ausdruck, dass sie nicht immer von der Sozialhilfe leben wollen.