Integrationslotsin
Russlanddeutsche leben, in Seligenstadt-Nord wie häufig
auch andernorts, weitgehend separiert von ihrer sozialen Umgebung. Mit dem
Projekt ‚Integrationslotsin‘ sollte eine Brücke gebaut werden,
um diese Isolation zu überwinden und die Einbindung der Gruppe in ihr
Wohnumfeld zu unterstützen.
Das Projekt richtete sich an alle Personen mit russlanddeutschem Hintergrund,
an Jugendliche und Erwachsene, Frauen und Männer und sowohl an solche,
die schon länger in der Bundesrepublik leben, als auch neu Hinzugezogene.
Dabei sollten insbesondere jene erreicht werden, die neben allgemeinen kulturellen
und sprachlichen Integrationsschwierigkeiten Zugangsprobleme zum Arbeitsmarkt
haben; insbesondere die Frauen dieser Bevölkerungsgruppe leben ohne Zugang
zur Erwerbsarbeit noch isolierter als die Männer.
Dazu wurden zunächst Gespräche mit Angehörigen der Zielgruppe gesucht, um deren Bedürfnisse zu erkunden. Anschließend wurde über eine ‚Integrationslotsin‘, eine selbst aus Russland stammenden Mitarbeiterin der Kirchengemeinde Seligenstadt, Russlanddeutschen Beratung angeboten: in einer Anlaufstelle zu regelmäßigen Sprechzeiten sowie auf Anfrage auch außerhalb dieses Rahmens.
Darüber hinaus nahm die Integrationslotsin Kontakt zu Institutionen, Vereinen und Trägern anderer LOS-Projekte auf, um diese für die spezifische Situation Russlanddeutscher zu sensibilisieren, Probleme zu klären und hilfreiche Wege und Kooperationen zu erschließen.
Schließlich war angestrebt, durch das Projekt Russlanddeutsche als Teilnehmer/innen in andere LOS-Projekte zu vermitteln.
Ein als Abschluss geplanter Gesprächsabend über
die Lebenshintergründe und Bedürfnisse der Zielgruppe musste aus
Krankheitsgründen leider ausfallen.
Insgesamt war die Resonanz auf das Projekt noch nicht sehr groß. Zur
Teilnahme an der Erhebung der Bedürfnisse fanden sich sechs Familien
bereit, das Beratungsangebot wurde von vier Personen wahrgenommen (zum Teil
mehrfach); nicht alle davon stammten aus Seligenstadt-Nord. Dennoch ist das
Projekt als Anlaufphase für eine längerfristige Einrichtung einer
Integrationslotsenstelle akzeptabel verlaufen und brachte wichtige Erkenntnisse
für die Fortführung. Kleinere Gruppen treffen sich weiterhin und
besprechen ihre Probleme miteinander - in der Hoffnung, dass durch ein Folgeprojekt
ihre Belange thematisiert werden.
Grundsätzlich ist das Erreichen der Zielgruppe darauf angewiesen, deren Vertrauen zu gewinnen; dies ist bei der eher abgeschlossenen Gemeinschaft der Russlanddeutschen nicht schnell zu bewerkstelligen. Das Mikroprojekt begann jedoch erst im April dieses Jahres. Auch daraus erklärt sich, daß die angestrebten Ziele nicht erreicht wurden.
Projektträger
Ev. Kirchengemeinde
Seligenstadt und Mainhausen
Gemeindezentrum
Jahnstraße 24
63500 Seligenstadt
Ansprechpartner:
Pfarrer Thorsten Leißer
Tel. 06182 -89 46 29
Fax 06182 -82 44 737