Alphabetisierung für Frauen

 

Der Kurs richtete sich an ausländische Frauen, die Analphabetinnen sind.

Frauen, die ohne jede Schulbildung aus dem Ausland kommen, sind in einer besonders schwierigen Situation. Sie leben in einem sehr eingeschränkten Bewegungsradius, und ihr auf den Haushalt und Familie reduzierter Alltag verstärkt zunächst den Anschein, daß sie kein Deutsch benötigen. Weil sie nicht lesen und schreiben können, hindert es sie, an Deutschkursen teilzunehmen, weil dort diese Fertigkeiten vorausgesetzt werden. So sind sie massiv in ihrer Integration behindert. Durch den Erwerb einiger Grundkenntnisse können diese Frauen motiviert werden, sich der Außenwelt zu öffnen und Hemmschwellen abzubauen.

Das Projekt hatte zum Ziel, ausländische Frauen soweit zu qualifizieren, daß sie am Arbeitsleben teilnehmen und gesellschaftlich besser integriert werden können. Da Analphabetismus auch Passivität und Ängstlichkeit erzeugt, ging es zudem darum, den Frauen Mut zu machen.

Methodisch folgte der Kurs dem Hamburger ABC, angepaßt an die Gegebenheiten und Ansprüchen der Teilnehmerinnen. Neben dem Erwerb grundlegender Kenntnisse der Schriftsprache wurde dabei vor allem die Orientierung im Alltag (Umgang mit Geld, Orientierung im öffentlichen Raum, Arztbesuch etc.) geschult, um den Frauen das Bewegen im alltäglichen Leben zu ermöglichen.

Der Kurs fand mit zwei Teilnehmerinnen statt - maximal vier wären möglich gewesen -, einer Afrikanerin und einer Türkin, die beide schon etliche Jahre in Deutschland leben. Dadurch, daß beide nie eine Schule besucht hatten, fehlten ihnen nicht nur die Kenntnisse im Lesen und Schreiben; sie hatten auch keinerlei Erfahrung mit dem systematischen Lernen als solchem. Beide zeigten sich sehr engagiert und erlebten den Kurs als wichtige Chance, die sie erfolgreich nutzten. Durch die kurze Projektdauer - insgesamt waren nur 12 Doppelstunden möglich - konnte eine auch nur prinzipiell vollständige Alphabetisierung (sichere Kenntnis aller Buchstaben, Lesen und Schreiben von Worten) leider nicht erreicht werden. Eine Fortsetzung des Kurses wäre also nötig und wurde nicht nur von den beiden Teilnehmerinnen gewünscht: nachdem sich der erfolgreiche Verlauf herumgesprochen hat, haben sich bis jetzt zwei weitere Interessentinnen gemeldet.

Ist dieses niedrigschwellige Angebot wahrgenommen und eine erste Alphabetisierung geschafft, dann können die Frauen an einem der in Seligenstadt angebotenen Sprachkurse teilnehmen.

Gefördert vom

Projektträger

Weibernest - Mütterzentrum Seligenstadt e.V.
Frankfurter Str. 29
63500 Seligenstadt

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Weigang-Dunkel
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