Was tun, wenn's Zoff gibt?
Ausbildung von Konfliktberater/-innen im Stadtteil

 

An jedem Ort, an dem Menschen zusammenleben, kommt es zu Konflikten. Auch, wenn sie nicht gravierend sind, wie einfache Unstimmigkeiten zwischen Nachbarn, können sie sich belastend auf das gesamte Umfeld auswirken. Seligenstadt-Nord ist kein Stadtteil schwerwiegender Differenzen; aber aufgrund der hohen Einwohnerdichte, aufgrund der verschiedenen Kulturen seiner Bewohner und ganz verschiedener Lebenssituationen nebeneinander - hier das Rentner-Ehepaar, welches seit Gründung des Stadtteiles hier wohnt, dort Zugewanderte, die nur für wenige Jahre ihren Lebensmittelpunkt in Niederfeld haben - gibt es Anlaß genug für Konflikte alltäglicher Art.

Im Rahmen dieses Projektes hatten Interessierte aus Seligenstadt-Nord die Gelegenheit, sich zu Konfliktberatern und -beraterinnen des Stadtteiles ausbilden zu lassen. Insbesondere für Konflikte mit interkulturellem, interreligiösem und intergenerationellem Hintergrund sollten Lösungsstrategien erworben werden.

Dazu veranstalteten Silke Sauer und Stefan Zech, ausgebildete Mediatoren mit langjähriger Erfahrung in vergleichbaren Projekten, ein umfangreiches Seminar über mehrere Wochenenden im Kommunikationszentrum.

Die Teilnehmenden lernten dabei zuerst, das Wesen von Konflikten zu verstehen, Hintergründe und 'verborgene Inhalte' zu erkennen: so geht es z.B. in einem Streit oft nur vordergründig wirklich um das, was die Beteiligten sich vorwerfen. Um eine solche Situation aufzulösen, ist es notwendig, zunächst den 'eigentlichen' Gegenstand freizulegen.

Weiter machten sich die Teilnehmenden mit 'richtigem Streiten' vertraut. Nicht der Streit an sich ist schlecht - im Gegenteil: versucht man ihn unbedingt zu vermeiden, dann gären die Konflikte im Untergrund nur um so stärker - nur fair müssen Auseinandersetzungen geführt werden. Dazu gehört es z.B., die Argumente des Gegenübers anzuhören und auf sie einzugehen oder keine unsachlichen oder beleidigenden Äußerungen zu machen.

Schließlich ging es um das Vermitteln bei Streitigkeiten Anderer: darum, zu verstehen, welche Rolle man zugewiesen bekommt und welche man einnehmen sollte und kann; darum, in welchen Grenzen man was und wie bewirken kann.

Das Projekt sollte mit dieser Ausbildung einiger Multiplikatoren und Multiplikatorinnen auch einen Grundstein legen für ein Team, welches für Vermittlungen im Stadtteil zur Verfügung steht und dabei selber aus dem Stadtteil kommt, mit den Eigenarten und Verhältnissen also vertraut ist.

Gefördert vom

Projektträger

Silke Sauer / Stefan Zech
Burg Str. 53
60389 Frankfurt

 

Ihre Ansprechpartner:

Stefan Zech / Silke Sauer

Silke Sauer
Tel. 069 -94 50 84 30

s.sauer-mediation@gmx.de